7.6.2026· sinskimos@gmail.com

Zerschneidet ein Tief Deutschland heute in Sonnen-Süden und Schauer-Norden – während der Pazifik einen Sturm nach dem anderen abfeuert?

Ein Tief spaltet Deutschland heute in einen sonnig-warmen Süden mit bis zu 25 Grad und einen kühl-windigen Schauer-Norden – während rund um den Globus die Extreme toben: Taifun Jangmi über Japan, über eine Million Hektar Feuer in Sibirien und eine hochaktive Tornado-Saison in den USA.

Key Points

  • Ein kleines Tief zwischen Frankreich und England streift über die Nordsee den Norden Deutschlands – nördlich der Linie Köln–Berlin stark bewölkt mit Schauern, im Süden kämpft sich die Sonne durch.
  • Klare Zweiteilung bei den Temperaturen: im Norden nur 15 bis 20 Grad (bei Schauern um 13), südlich der Linie Saarland–Usedom 20 bis 25 Grad.
  • An Nordsee und auf dem Brocken stürmische Böen bis 70 km/h (Bft 8), im Norden lokal Gewitter mit Böen um 65 km/h; geringes Gewitterrisiko auch in den Alpen.
  • Im Pazifik tobt eine Sturmserie: Taifun Jangmi traf Japans Ryukyu-Inseln, ließ rund 48.000 Haushalte ohne Strom und verletzte mindestens 16 Menschen.
  • In Sibirien (Jakutien) stehen über eine Million Hektar in Flammen – die Region liegt bis zu 7 Grad über dem Mittel und kämpft mit schwerer Dürre.
  • Die USA stecken in einer hochaktiven Unwettersaison: Prognosen nennen 1.050 bis 1.250 Tornados für 2026, dazu Superzellen mit großem Hagel über den Plains.

Deutschland: ein Land, zwei Wetter

Wer heute von Hamburg nach München reist, durchquert praktisch zwei Wetterwelten. Schuld ist ein kleinräumiges Tief, das zwischen Frankreich und England entstanden ist und nun über die Nordsee nach Osten zieht – dabei schrammt es am Norden Deutschlands entlang. Nördlich einer gedachten Linie von Köln nach Berlin hängt der Himmel voller dichter Wolken, und über Niedersachsen, Schleswig-Holstein sowie Mecklenburg-Vorpommern fällt der eine oder andere Schauer. Die letzten dieser Schauer ziehen sich am Vormittag ostwärts zurück, während von Westen her bereits freundlichere Abschnitte nachrücken und sich die Sonne zunehmend gegen die Wolken behauptet.

Die Folge ist ein regelrechtes Zwei-Klassen-Wetter. Im Norden bleibt es mit 15 bis 20 Grad kühl, in der Nähe der Schauer rutscht das Thermometer sogar auf etwa 13 Grad. Südlich der Linie zwischen Saarland und Usedom dagegen steht der Süden unter Hochdruckeinfluss, die Sonne dominiert und die Werte klettern auf angenehme 20 bis 25 Grad. Ganz harmlos ist die Lage im Norden aber nicht: An der Nordsee und auf dem Brocken frischt der Südwest- bis Westwind mit stürmischen Böen um 70 km/h (Beaufort 8) auf, und einzelne kurze Gewitter können lokal Böen bis 65 km/h mitbringen. Auch in den Alpen besteht ein geringes Gewitterrisiko. Unterm Strich: ein freundlicher, fast schon hochsommerlicher Süden – und ein windig-wechselhafter Norden.

Welt: der Pazifik im Dauerfeuer

Während Mitteleuropa nur ein kleines Tief sortiert, läuft der Pazifik zur Höchstform auf. Taifun Jangmi hat Japans Ryukyu-Inseln durchgerüttelt: Am Wochenende zum Taifun erstarkt, fegte er mit anhaltenden Winden um 25 m/s und Böen bis 35 m/s über Okinawa, ließ in den Präfekturen Okinawa und Kagoshima rund 48.000 Haushalte ohne Strom, verletzte mindestens 16 Menschen und zwang den Flughafen Naha zu einer ganztägigen Schließung – hunderte Flüge fielen aus. Kaum ist Jangmi durch, traverstiert das Tropentief Ester den Süden Taiwans, und im Ostpazifik kreiselt mit Amanda bereits der erste benannte Sturm der Saison. Fachleute warnen, dass Japan sich 2026 auf eine besonders intensive Taifun-Saison einstellen muss – bis zu 28 Stürme könnten das Land treffen.

Doch nicht nur das Wasser macht Schlagzeilen, auch das Feuer. In Sibirien brennt es gewaltig: In der Region Jakutien haben Waldbrände eine Fläche von über einer Million Hektar erfasst. Laut dem europäischen Dienst Copernicus liegt die Region derzeit bis zu 7 Grad über dem langjährigen Mittel und ächzt unter schwerer Dürre – ideale Bedingungen für ein außer Kontrolle geratenes Feuer. Weltweit verbrannten allein von Januar bis April mehr als 150 Millionen Hektar und damit rund 20 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr.

Und jenseits des Atlantiks bleibt die Lage angespannt: Die USA durchleben eine ausgesprochen aktive Unwettersaison. Über den Plains und dem oberen Mittleren Westen sorgen Kurzwellentröge für Superzellen mit sehr großem Hagel und schweren Sturmböen; das höchste Hagelrisiko erstreckt sich von Texas bis Alabama. Für das Gesamtjahr rechnen Langfristprognosen mit 1.050 bis 1.250 Tornados.

*Genau dieses Nebeneinander macht die ZAPOLLO-Weltkarte greifbar: ein in zwei Hälften geteiltes Deutschland – und ringsum eine Erde, auf der Stürme, Feuer und Gewitter im Sekundentakt aufblitzen.*

Passend dazu

Zapollo · OpenStreetMap · OpenWeather · Blitzortung.org