16.9.2026· sinskimos@gmail.com

Warum rutscht Deutschland heute auf 18 Grad ab – während über Tennessee der stärkste Hitzedom des Planeten steht?

Eine Kaltfront schiebt sich nach Südosten und drückt die Höchstwerte auf 18 bis 22 Grad, begleitet von Gewittern mit 25 Litern Regen und Böen bis 100 km/h. In den USA türmt sich zeitgleich der weltweit kräftigste Hitzedom über Tennessee auf – Nashville meldete am 15. September seinen zweitspätesten

Key Points

  • Mit der südostwärts ziehenden Kaltfront bleiben heute vielerorts nur 18 bis 22 Grad übrig.
  • Bis zum Vormittag wandern teils kräftige Gewitter über die Nordhälfte nach Osten – im Gepäck bis zu 25 l/qm Starkregen, Sturmböen um 85 km/h und kleinkörniger Hagel.
  • Der Südosten zieht am Nachmittag nach: örtlich 30 l/qm, schwere Sturmböen bis 100 km/h, Hagel von 2 Zentimetern, vereinzelt Unwetter mit rund 40 l/qm.
  • Für den Alpenraum kalkuliert der DWD örtlich 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter, verteilt auf 12 bis 18 Stunden.
  • Über Tennessee steht derzeit der kräftigste Hitzedom der Erde, 3,7 Meilen mächtig – mehr als ein Dutzend US-Staaten liegen darunter.
  • Am 15. September knackte Nashville die 100 Grad Fahrenheit: der zweitspäteste Hundert-Grad-Tag, den die Stadt je erlebt hat.

Deutschland: Eine Front macht Tabula rasa

Der Spätsommer bekommt heute die Rechnung präsentiert. Quer über die Republik schiebt sich eine Kaltfront nach Südosten, und sie lässt nichts stehen. Die ersten Gewitter entstanden bereits nachts im Nordwesten; bis zum Vormittag ziehen sie über die gesamte Nordhälfte ostwärts weiter. Was der DWD dafür ansetzt, klingt nach einem handfesten Vormittag: Starkregen von bis zu 25 Litern je Quadratmeter, Sturmböen um 85 km/h, dazu kleinkörniger Hagel. Aus dem Norden und dem Nordwesten Nordrhein-Westfalens kamen bereits Meldungen über teils kräftige Gewitter.

Nachmittags wechselt der Schauplatz. Dann sind der Südosten und womöglich auch der Osten an der Reihe, wo sich erneut kräftige Zellen aufbauen – wieder mit 25 Litern, Böen bis 85 km/h und kleinem Hagel. Einzelne besonders stramme Entwicklungen gehen allerdings darüber hinaus: etwa 30 Liter pro Quadratmeter, schwere Sturmböen bis 100 km/h und Hagelkörner von zwei Zentimetern Durchmesser. Ein lokales Unwetter mit heftigem Starkregen um 40 Liter binnen weniger Stunden stuft der Wetterdienst als wenig wahrscheinlich ein – vom Tisch ist es damit nicht.

Begleitet wird das Ganze von lebhaftem Wind aus West bis Nordwest. Die Höchstwerte rutschen verbreitet auf 18 bis 22 Grad ab. Am längsten hält sich der Regen an den Alpen, wo örtlich 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter über 12 bis 18 Stunden zusammenkommen. Wer gestern noch die letzten 30 Grad ausgekostet hat, steht heute gefühlt in einem anderen Monat.

USA: Wo der stärkste Hitzedom des Planeten sitzt

Auf der anderen Seite des Atlantiks läuft parallel das genaue Gegenprogramm. Über Tennessee hat sich, so die Washington Post, der weltweit kräftigste Hitzedom aufgebaut – 3,7 Meilen hoch – und pumpt schwüle Extremhitze aus dem Golf von Mexiko in die Mitte der USA. Von den Plains bis zur Atlantik- und Golfküste stecken mehr als ein Dutzend Bundesstaaten in dieser späten Hitzewelle. Die Spitzenwerte erreichen Texas, Oklahoma, Louisiana und Arkansas, wo die Marke von 100 Grad Fahrenheit fällt.

Den Rekord des Vortages lieferte Nashville: 100 Grad Fahrenheit am 15. September – der zweitspäteste Hundert-Grad-Tag der Stadtgeschichte, das sechste Mal in diesem Jahr und bereits das vierte Mal allein in diesem Monat. Der gefühlte Wert lag bei 105 Grad und darüber. Die Hitzewarnung für Mittel-Tennessee gilt bis Mittwoch 20 Uhr, im südlichen Kentucky sogar noch Donnerstag und Freitag. Chicago und Rockford haben derweil schon den wärmsten September-Auftakt ihrer Messreihen hinter sich: acht Tage am Stück jenseits der 90 Grad Fahrenheit, 10 bis 15 Grad über dem Üblichen. Unterm Strich ist der September 2026 bislang der heißeste September der Aufzeichnungen.

Und was macht der Atlantik?

Auffallend wenig. Um 00:15 UTC am 16. September führt das National Hurricane Center keinen einzigen aktiven tropischen Wirbelsturm im Atlantikbecken; im Blick behalten die Meteorologen lediglich ein Tiefdruckgebiet einige hundert Meilen vor den Kapverden. Ein Kontinent glüht, der andere steht im Gewitterregen – und der Ozean dazwischen sagt dazu nichts.

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