23.6.2026· sinskimos@gmail.com

Wandert Europas Hitze-Maschine jetzt nach Norden – fällt morgen in Großbritannien der Juni-Rekord von 1976, während Deutschlands Glut zum Wochenende in Unwettern zerbricht?

Der glühende Kern der europäischen Hitzekuppel verlagert sich jetzt nach Norden: Spanien, Portugal und Frankreich haben ihren Scheitel überschritten, dafür könnte in Großbritannien morgen der seit 1976 bestehende Juni-Rekord von 35,6 Grad fallen – bei bis zu 38 Grad und drückender Schwüle. Deutschla

Key Points

  • Deutschland heute: Bei viel Sonne klettert das Thermometer im Südwesten auf bis zu 37 Grad, während der Norden mit 24 bis 30 Grad deutlich glimpflicher davonkommt; an den Küsten bleibt es am angenehmsten.
  • Gewitter nur im Süden: Größere Unwetter sind heute kaum ein Thema – allenfalls am Alpenrand und über den südlichen Mittelgebirgen (Südschwarzwald, Schwäbische Alb, Bayerwald) gehen einzelne kräftige Zellen mit 15 bis 25 Litern Starkregen, kleinem Hagel und Böen bis 70 km/h nieder.
  • Britanniens großer Tag morgen: Das Met Office hat eine seltene rote Extremhitze-Warnung ausgegeben – in England und Wales sind am Mittwoch und Donnerstag bis zu 38 Grad möglich.
  • Ein 50 Jahre alter Rekord wackelt: Der britische Juni-Höchstwert von 35,6 Grad aus dem Jahr 1976 (Southampton) dürfte fallen – verschärft durch tropische Nächte über 20 Grad und drückende Schwüle.
  • Iberien und Frankreich über dem Scheitel: Den Spitzenwert der Welle markierten 42,7 Grad am 21. Juni in Pinhão (Portugal) und Andújar (Spanien); rote Alarmstufen gelten weiter in Spanien, Frankreich und Italien.
  • Der Knall kommt zum Wochenende: Ab Freitag drohen vor allem im Westen Deutschlands erneut teils schwere Gewitter, die der Hitze ein gewittriges Ende setzen.

Deutschland: Noch einmal Glut – doch das Ende ist programmiert

Bevor der große Wetterumschwung kommt, dreht der Sommer hierzulande noch einmal kräftig auf. Unter weit aufgespanntem Hochdruck scheint von früh bis spät die Sonne, und in der Südwesthälfte schraubt sich das Quecksilber auf 35 bis lokal 37 Grad – extreme Wärmebelastung inklusive. Anders die Lage nördlich der Mittelgebirge: Hier bleibt es mit 24 bis 30 Grad spürbar erträglicher, an Nord- und Ostsee macht eine frische Brise den Tag fast schon angenehm.

Das große Krachen bleibt heute aus. Nur entlang der Alpen und über den südlichen Mittelgebirgen brauen sich am Nachmittag einzelne, durchaus kräftige Gewitter zusammen: kurze, heftige Regengüsse von 15 bis 25 Litern, kleiner Hagel und Böen um 70 km/h, vereinzelt sind sogar unwetterartige Entladungen mit bis zu drei Zentimeter großen Hagelkörnern nicht ausgeschlossen. Auf einer Karte, die Blitze in Echtzeit zeichnet, konzentriert sich das Geschehen klar auf den äußersten Süden – der Rest der Republik bleibt blitzfrei. Sind die Zellen durchgezogen, sickert von Westen bereits kühlere Luft heran. Doch es ist nur eine Atempause: Bis Donnerstag schaukelt sich die Hitze gebietsweise noch einmal Richtung 40 Grad hoch, ehe ab Freitag von Westen her teils schwere Gewitter dem Hochsommer ein gewittriges Finale bereiten.

Europa: Die Glut zieht weiter nach Norden

Der eigentliche Krimi spielt sich gerade über dem Ärmelkanal ab. Während Spanien, Portugal und Frankreich ihren Hitze-Scheitel bereits überschritten haben – die heißesten Werte der gesamten Episode wurden mit 42,7 Grad am 21. Juni im portugiesischen Pinhão und im südspanischen Andújar gemessen –, schiebt sich der glühende Kern der Hitzekuppel jetzt auf die Britischen Inseln. Das Met Office hat zum Wochenmitte eine rote Extremhitze-Warnung verhängt, die höchste Stufe, die ausdrücklich Lebensgefahr signalisiert. In England und Wales werden am Mittwoch und Donnerstag bis zu 38 Grad erwartet – genug, um den seit einem halben Jahrhundert bestehenden britischen Juni-Rekord von 35,6 Grad zu pulverisieren.

Was die Lage so tückisch macht, ist nicht allein die Tagesspitze. Anders als bei früheren Hitzewellen sorgt diesmal hohe Luftfeuchte für eine zähe Schwüle, die dem Körper das Schwitzen als Kühlmechanismus erschwert. Dazu kommen tropische Nächte, in denen das Thermometer vor allem in den Städten nicht unter 20 Grad fällt – Dauerstress ohne nächtliche Erholung. In Spanien, Frankreich und Italien bleiben die roten Alarme bestehen, und die ausgedörrten Böden treiben die Waldbrandgefahr weiter nach oben.

Welt: Dieselbe Saison, das andere Extrem

Dass dieser Sommer aus den Fugen gerät, zeigt der Blick über den Atlantik. Während Europa in der Hitze erstarrt, kämpfen die USA mit der entgegengesetzten Wucht: Eine Serie von Gewitterausbrüchen hat den Mittleren Westen erschüttert – allein am 11. Juni zählten Meteorologen rund 51 Tornados, sechs davon der Stärke EF2 oder höher, weitere folgten am 17. und 21. Juni über Illinois. Dazu kippten Sturmsysteme und der frühe Tropensturm Arthur sintflutartige Regenmengen über den Süden, mancherorts mehr als 150 Liter pro Quadratmeter. Glut auf der einen, Fluten und Wirbelstürme auf der anderen Seite des Ozeans – zwei Gesichter ein und derselben außergewöhnlich aufgeheizten Saison.

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