
Verschiebt sich Deutschlands Hitzewelle nur, um danach mit bis zu 40 Grad umso brutaler zuzuschlagen – während vor Mexiko schon der dritte Tropensturm zündet?
Der große Hitzeschub lässt auf sich warten: Heute regiert über der Nordhälfte noch ein Ostsee-Tief mit Wolken, Schauern und Sturmböen, während im Südwesten schon bis zu 32 Grad drin sind. Doch das ist erst der Auftakt – bis zum 22. Juni könnten 38 bis 40 Grad fallen. Im Ostpazifik feuert derweil mit
Key Points
- Deutschland heute: Ein Ostsee-Tief lenkt kühle bis mäßig warme Atlantikluft heran; nur der Südwesten liegt unter Hochdruck-Einfluss.
- Zweigeteilt: Die Nordhälfte erlebt viele Wolken, einzelne Schauer und an der Ostsee Gewitter, der Süden bleibt heiter und meist trocken.
- DWD-Warnungen: Sturmböen auf dem Brocken, Windböen an den Küsten und auf Helgoland, ab dem Vormittag zusätzlich Windböen im Nordosten.
- Schon heiß im Südwesten: Dort sind örtlich bis zu 32 Grad möglich, in der Mitte und im Süden 25 bis 29 Grad.
- Der eigentliche Hammer kommt später: Die Hitzewelle verspätet sich, wird aber umso heftiger – bis 34/35 Grad zum Wochenende, bis zu 38 bis 40 Grad um den 22. Juni.
- Ostpazifik feuert: Tropensturm Boris steuert auf Mexikos Pazifikküste bei Guerrero zu und droht mit lebensgefährlichen Überschwemmungen; mit Cristina formierte sich vor Nicaragua bereits der dritte benannte Sturm der Saison.
Deutschland: Heute Geduldsprobe, bald Glutofen
Wer schon auf den großen Hochsommer gehofft hat, muss sich noch ein wenig gedulden. Über weiten Teilen des Landes gibt heute ein Tief über der Ostsee den Ton an und schaufelt kühle bis mäßig warme Atlantikluft heran. Einzig der Südwesten profitiert von Hochdruck und damit von ruhigerem, freundlicherem Wetter. Über der Nordhälfte ballen sich dagegen dichte Wolken zusammen, immer wieder fallen Schauer, und an der Ostsee mischen sich Gewitter darunter. Dazu legt der Wind spürbar zu: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Sturmböen auf dem Brocken, Windböen an den Küsten und auf Helgoland sowie – ab dem Vormittag – auch im Nordosten. Im Süden hingegen zeigt sich die Sonne, es bleibt überwiegend trocken.
Bei den Temperaturen klafft eine kräftige Lücke: Während die Mitte und der Süden auf 25 bis 29 Grad kommen, kratzt der Südwesten örtlich bereits an der 32-Grad-Marke. Und das ist erst der Vorgeschmack. Der ersehnte Hitzeschub kommt zwar später als zunächst erwartet, dafür mit voller Wucht. Zum Wochenende klettern die Höchstwerte auf 34 bis 35 Grad, und um den 22. Juni herum halten die Modelle 38 bis 40 Grad für möglich – es wäre die bislang heißeste Phase des Jahres, samt steigendem Gewitterrisiko in der drückend schwülen Luft.
Welt: Tropenstürme vor Mexiko, Hitzedom über den USA
Während Deutschland noch auf den Sommer wartet, läuft anderswo die Sturmsaison längst heiß. Im Ostpazifik hat sich vor der Südküste Mexikos Tropensturm Boris gebildet, der zweite benannte Sturm der dortigen Hurrikansaison. Er nimmt Kurs auf die Küste von Guerrero, im Gepäck heftige Regenmengen, die lebensgefährliche Überflutungen und Schlammlawinen auslösen können. Den Anfang hatte bereits Amanda gemacht, die sich Anfang Juni weit draußen auf See auflöste – und kaum war Boris da, formierte sich vor Nicaragua mit Cristina schon der dritte benannte Sturm. Befeuert wird das Ganze von Meerestemperaturen, die nahe Mexiko zwei bis drei Grad über dem Normalwert liegen.
Noch eine Etage nördlich ächzt der Kontinent unter Hitze. Ein gewaltiger Hitzedom hat sich über den zentralen und östlichen USA aufgebaut und treibt die Temperaturen in mehr als drei Dutzend Bundesstaaten – von den Plains bis nach Neuengland – an die oder über die 38-Grad-Marke (100 Grad Fahrenheit). Selbst nachts kühlt es in manchen Großstädten kaum unter 27 Grad ab, was die Belastung für Mensch und Infrastruktur zusätzlich verschärft. Hitze auf der einen, tropische Wassermassen auf der anderen Seite – wie sich diese Gegensätze samt der weltweiten Echtzeit-Blitzaktivität über den Globus verteilen, lässt sich auf der ZAPOLLO-Weltkarte live mitverfolgen.