12.6.2026· sinskimos@gmail.com

Schleudern die USA heute einen Tornado-Gürtel durch den Mittleren Westen, während Chinas Süden in den schwersten Fluten seit 1998 versinkt – und Deutschland einfach zuschaut?

Während über Deutschland heute nur ein letztes Schauertief abzieht und ab morgen der Westen auf 26 Grad klettert, entladen sich anderswo die wahren Kräfte: Über dem US-Mittleren Westen jagt eine Tornado-Serie mit EF3-Potenzial 40 Millionen Menschen, und in Südchina erlebt der Lijiang die heftigste F

Key Points

  • Deutschland heute: Ein letztes Schauertief bringt Sturmböen auf Brocken, Hochschwarzwald und in den Alpen oberhalb 1.500 Meter sowie Windböen an der Nordsee.
  • Wende ab morgen: Zum 13. Juni klingen die Schauer ab, im Westen sind dann bis zu 26 Grad drin, im Osten bleibt es mit rund 20 Grad noch frischer.
  • USA im Ausnahmezustand: Von Kansas City bis Chicago liegen rund 40 Millionen Menschen in der Unwetterzone, Illinois und Indiana erlebten Tornados bis EF3.
  • US-Hitze parallel: New York und Washington kratzen an der 90-Grad-Fahrenheit-Marke, Raleigh steuert auf 100 °F (rund 38 °C) zu.
  • China unter Wasser: In Südchina mindestens 13 Tote seit dem 9. Juni, der Lijiang führt das höchste Hochwasser seit 1998.
  • Globaler Hintergrund: Die WMO warnt vor einem nahenden El Niño – die Extreme rund um den Globus passen ins Bild.

Deutschland: Der letzte unruhige Tag vor der Wärme

Der Freitag wirkt wie das Aufräumen nach einer langen, zähen Tiefdruckphase. Noch hält ein abziehendes Störungstief das Wetter unbeständig, und der Deutsche Wetterdienst hat die Höhenlagen im Blick: Auf dem Brocken, im Hochschwarzwald und in den Alpen oberhalb von etwa 1.500 Metern sind Sturmböen unterwegs, an der Nordsee frischt der Wind zu kräftigen Böen auf. Dazwischen ziehen Schauer durch, die Sonne kämpft sich nur zeitweise hervor.

Doch der Knick steht unmittelbar bevor. Schon zum 13. Juni soll die Schauertätigkeit nachlassen, und mit ihr kippt die Temperaturkurve nach oben: Im Westen werden bis zu 26 Grad erwartet, während der Osten mit rund 20 Grad noch eine Spur kühler bleibt – ein klares West-Ost-Gefälle als Vorbote des Sommers. Vor allem im Süden deutet sich danach häufiger Hochdruck an, mehr Sonne und trockenere Abschnitte inklusive.

Welt: Wo die Atmosphäre heute wirklich zuschlägt

So harmlos sich Deutschland heute gibt, so brutal zeigt sich die Lage andernorts. In den USA hat sich der Übergang zwischen warmer und kühler Luft in pure Gewalt verwandelt: Über dem Mittleren Westen tobt eine Serie schwerer Gewitter, am Donnerstag zogen über Illinois und Indiana Tornados bis zur Stärke EF3 hinweg, mit Schäden rund um Streator, Merrillville und Hebron. Rund 40 Millionen Menschen von Kansas City bis Chicago lagen in der Warnzone, dazu drohten Orkanböen über 110 km/h, Hagel in Tennisball-Größe und Sturzfluten. Gleichzeitig ächzt der Osten unter Hitze: New York und Washington schrammen an der 90-Grad-Fahrenheit-Marke, Raleigh peilt die 100 °F an – das macht die ganze Wucht dieses Luftmassen-Duells sichtbar.

Auf der anderen Seite des Globus kämpft Südchina gegen das Wasser. Seit dem 9. Juni sind bei Dauerregen mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen, neun davon allein in Meizhou in Guangdong, wo über 10.000 Bewohner evakuiert und bis zu 130.000 vom Strom abgeschnitten wurden. In Fujian sind Hunderttausende betroffen, und im Bergland von Guangxi erreichte der Lijiang seinen höchsten Pegel seit 1998 – mehr als 6.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Über allem steht die Warnung der Weltwetterorganisation vor einem heraufziehenden El Niño, der die globalen Extreme in den kommenden Monaten weiter anheizen dürfte. Wie diese Gegensätze – hier ein zahmer Schauertag, dort tödliche Tornados und Fluten – gleichzeitig über den Planeten wandern, lässt sich auf der ZAPOLLO-Weltkarte samt Echtzeit-Blitzaktivität live mitverfolgen.

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