
Kippt Deutschland in dieser Woche vom Schauer-Sonntag in den ersten 32-Grad-Hochsommer – während Indiens Nordosten in tödlichen Fluten versinkt?
Noch zieht heute über den Nordosten und die Alpen ein letzter Schwung Gewitter mit Böen bis 80 km/h, doch der Kipppunkt naht: In den kommenden Tagen drückt warme Luft die Temperaturen auf bis zu 32 Grad, in Frankfurt steht eine ganze 30-Grad-Serie an. Zugleich fordern Monsunfluten in Indiens Nordost
Key Points
- Deutschland heute: Ein Ostsee-Tief lenkt mäßig warme Atlantikluft heran – nur der Südwesten liegt unter einem Hochkeil; der Nordosten bleibt wechselnd bis stark bewölkt.
- Letzte Gewitter: Im Nordosten und an den Alpen sind einzelne Gewitter möglich, dabei stürmische Böen bis 70 km/h (Bft 8), vereinzelt bis 80 km/h (Bft 9) und kleiner Hagel – in Berlin und Brandenburg lokal bis 75 km/h.
- Der Kipppunkt: In den kommenden Tagen schiebt sich warme Luft heran, die Temperaturen klettern auf bis zu 32 Grad – in Frankfurt sind gleich mehrere 30-Grad-Tage in Folge in Sicht.
- Andere Luft als Spanien: Die Wärme kommt vom Atlantik über Frankreich – frischer als die glühende Saharaluft, die die Iberische Halbinsel weiter auf bis zu 40 Grad hält.
- Indien unter Wasser: Der Monsun hat Assam erreicht; Erdrutsche und Sturzfluten im Nordosten haben mindestens 22 Menschen das Leben gekostet.
- Kanadas Rauch reist weit: 65 aktive Waldbrände, sechs außer Kontrolle – der Qualm trübt die Luft vom US-Mittleren Westen bis nach Florida.
Deutschland: Heute noch Gewitter, dann der Umschwung
Der Sonntag gibt sich noch einmal unbeständig, bevor die große Wende kommt. Ein Tief über der Ostsee bestimmt mit mäßig warmer Atlantikluft das Geschehen über weiten Teilen des Landes; nur im Südwesten sorgt ein Hochkeil für ruhigeres Wetter. Über dem Norden und Nordosten türmt sich wechselnde bis dichte Bewölkung auf, und in der Nordosthälfte sowie an den Alpen sind einzelne Gewitter drin – wenn auch nur mit geringer Wahrscheinlichkeit. Wo sie zünden, frischt der Wind kräftig auf: stürmische Böen bis 70 km/h, vereinzelt sogar bis 80 km/h, dazu kleinkörniger Hagel. In Berlin und Brandenburg rechnet der Deutsche Wetterdienst tagsüber mit lokalen Gewittern, Böen um 75 km/h und kleinem Hagel, ehe die Aktivität am Abend nachlässt.
Doch der eigentliche Paukenschlag steht erst bevor. Die Strömung dreht in den nächsten Tagen von Nordwest auf Südwest und holt deutlich wärmere Luft ins Land. Die Höchstwerte steigen schrittweise an, bis zu 32 Grad werden möglich – in Frankfurt deutet sich gleich eine ganze Serie von Tagen jenseits der 30-Grad-Marke an. Wichtig dabei: Diese Wärme stammt nicht aus dem spanischen Glutofen, sondern zieht vom Atlantik über Frankreich heran und ist damit eine Spur frischer als die Saharaluft, die Südwesteuropa weiter fest im Griff hat.
Welt: Fluten in Indien, Feuer in Kanada
Während Deutschland auf den Hochsommer zusteuert, kämpfen andere Weltregionen mit blanker Wucht. In Indien hat der Südwestmonsun Assam erreicht und über dem gesamten Nordosten tagelange Wolkenbrüche ausgelöst. Die Folgen sind verheerend: Erdrutsche und Sturzfluten haben mindestens 22 Menschen getötet. In Guwahati begrub eine Schlammlawine fünf Menschen, darunter drei aus einer einzigen Familie; in Arunachal Pradesh riss eine Flutwelle ein Fahrzeug mit sieben Insassen mit, zwei weitere ertranken. Acht Tote meldeten Mizoram, Tripura und Meghalaya – und die Meteorologen warnen bereits vor weiteren heftigen Regenfällen.
Auf der anderen Seite des Globus brennt es. In Kanada lodern 65 aktive Waldbrände, sechs davon außer Kontrolle, bereits fast 19.000 Hektar sind verkohlt. Manitoba und Saskatchewan haben den Notstand ausgerufen, Tausende mussten ihre Häuser verlassen. Der Rauch macht dabei vor keiner Grenze halt: Über dem US-Mittleren Westen und den Plains kippte die Luftqualität auf „ungesund", in Minnesota sogar auf „sehr ungesund" – und die Schwaden zogen bis hinunter nach Florida. Hitze, Flut und Feuer zur selben Stunde, dazu die von der UN gewarnte El-Niño-Verschärfung: Wie sich diese Extreme samt der Echtzeit-Blitzaktivität über den Planeten verteilen, lässt sich auf der ZAPOLLO-Weltkarte live mitverfolgen.