13.9.2026· sinskimos@gmail.com

Ist in den USA 2026 schon eine Fläche so groß wie ganz Nordrhein-Westfalen abgebrannt – während hier heute der Regen den Spätsommer wegspült?

Über 8,4 Millionen Acres in 54.136 Bränden: Die US-Feuersaison 2026 hat rechnerisch bereits ein komplettes Nordrhein-Westfalen verschluckt, und in Kalifornien frisst sich das Lucas Fire auf 4.008 Acres vor. Bei uns dagegen schiebt eine Warmfront ab dem Morgen Regen von Norden nach Süden – vor dem Gu

Key Points

  • Der Regen arbeitet sich heute von der Linie Köln–Dresden nach Süden vor und erreicht am Abend die Alpen; im Westen und in der Mitte sind einzelne kräftige Gewitter mit Starkregen möglich.
  • Vor dem Niederschlag zeigen die Thermometer 20 bis 25 Grad, im Südwesten bis 28 – danach sacken die Werte auf 15 bis 20 Grad ab.
  • In den USA stehen für 2026 bereits 54.136 Brände und über 8,4 Millionen Acres in der Statistik: rund 34.000 Quadratkilometer, also praktisch die Fläche Nordrhein-Westfalens.
  • Das Lucas Fire in Nordkalifornien ist auf 4.008 Acres gewachsen und nur zu 15 Prozent eingedämmt; der Sheriff von Lake County hat den örtlichen Notstand erklärt.
  • PG&E könnte 14.000 Haushalten in zwölf Countys den Strom abstellen – bei Westwind mit Böen zwischen 35 und 50 Meilen pro Stunde.
  • In Nepal steht die Bilanz der Gletscherflut vom 26. August inzwischen bei 1.369 Toten und 5.132 Vermissten, der Schaden wird auf vier bis sieben Milliarden Dollar taxiert.

Deutschland: Der Spätsommer bekommt heute die Rechnung präsentiert

Wer gestern noch im T-Shirt draußen saß, sollte den Sonntag anders planen. Über Deutschland liegt bis in den frühen Nachmittag die Warmfront eines Tiefs, das vor Norwegen kreist – und die schiebt feuchtwarme Luft über den Norden und die Mitte. Im Süden hält sich zunächst noch die trockene Luft des Azorenhochs, doch auch dort ist es nur eine Frage von Stunden: Im Tagesverlauf wandert die Front nach Südosten weiter.

Konkret heißt das: Nördlich einer Linie zwischen Köln und Dresden beginnt der Tag verregnet. Im Lauf des Nachmittags rutscht das Niederschlagsband nach Süden, am Abend klopft es an den Alpen an. Punktuell kann es kräftig schütten, schauerartig verstärkt und von Blitz und Donner begleitet – vor allem im Westen und in der Mitte schließt der Deutsche Wetterdienst *einzelne kräftige Gewitter mit Starkregen* nicht aus. Dazu weht der Wind aus Südwest phasenweise böig.

Das Thermometer spielt heute ein Spiel mit zwei Halbzeiten: Vor dem Regen sind 20 bis 25 Grad drin, ganz im Südwesten sogar noch 28 Grad. Sobald die Tropfen fallen, geht es runter auf 15 bis 20 Grad. Ein schöner Fall für die Blitzansicht auf der ZAPOLLO-Karte: Die Zellen ziehen heute erkennbar mit der Front von Nordwest nach Südost mit.

Kalifornien: Wenn das Wetter zur Brandbeschleunigerin wird

Während wir hier auf Regenradar schauen, kämpfen sie in Nordkalifornien mit dem exakten Gegenteil. Das Lucas Fire entzündete sich am Donnerstagmorgen nahe Potter Valley auf der Grenze zwischen Lake und Mendocino County. Freitagfrüh waren es 1.099 Acres, bei Einbruch der Dunkelheit bereits 3.466 – aktuell meldet Cal Fire 4.008 Acres bei 15 Prozent Eindämmung. Für acht Zonen gelten Evakuierungsanordnungen, für zehn weitere Warnungen; das Rote Kreuz hat auf dem Lake County Fairgrounds in Lakeport eine Notunterkunft geöffnet, der Sheriff den lokalen Notstand ausgerufen.

Der eigentliche Krimi steckt aber in der Prognose. Für Teile des Sacramento Valley und der angrenzenden Vorgebirge läuft eine *Red Flag Warning* von Samstagvormittag bis Montagvormittag. Der Versorger PG&E hält deshalb den Finger auf dem Schalter: Bis zu 14.000 Kundinnen und Kunden in zwölf Countys könnten vorsorglich vom Netz genommen werden – Plumas mit rund 4.770 Anschlüssen voran, dahinter Shasta (2.566), Placer (1.246) und Tehama (1.080), dazu 89 Anschlüsse in vier Stammesgemeinden. Der Grund: westliche Winde mit Böen von 35 bis 50 Meilen pro Stunde über der nördlichen Sierra. Sieben Community Resource Centers stehen für den Ernstfall bereit.

Die Zahl, die man zweimal lesen muss

Der Einzelbrand ist das eine, die Jahresbilanz das andere. 54.136 Feuer und mehr als 8,4 Millionen Acres führt die US-Statistik für 2026 – umgerechnet rund 34.000 Quadratkilometer. Zum Vergleich: Nordrhein-Westfalen misst gut 34.100 Quadratkilometer. Ende August standen 7,7 Millionen Acres zu Buche, fast das Doppelte dessen, was 2025 im gesamten Jahr verbrannte.

Der Treiber ist die Trockenheit: Über einem Viertel der US-Landfläche – im Westen sogar auf fast der Hälfte – herrscht schwere Dürre oder Schlimmeres. Oregon hat seinen Rekord für die Moderne bereits gerissen, obwohl der klassische Saisonschluss noch aussteht. Das Land steht auf National Preparedness Level 5, der höchsten Stufe der fünfteiligen Skala.

Nepal: Eine Katastrophe, die sich angekündigt hatte

Und dann ist da noch der Fall, der uns länger beschäftigen wird als jedes Wochenendtief. Am Morgen des 26. August brach ein Berggletscher teilweise ab und schickte eine Wasser- und Schuttwalze über 72 Kilometer des Trishuli-Flusstals in Nepal. Die Bilanz: 1.369 Tote und 5.132 Vermisste in Nepal, dazu 43 Tote und 519 Vermisste in Tibet. Manche Opfer wurden bis zu 240 Kilometer weit bis nach Indien getragen. Das UNDP schätzt die Schuttmenge auf 2,4 Millionen Tonnen, die Schadenssumme liegt bei vier bis sieben Milliarden Dollar.

Besonders bitter: Ein Zusammenschluss von Wissenschaftlern kommt zu dem Ergebnis, dass der Gletscher schon Tage vorher sichtbare Veränderungen zeigte. Nepals Premier Balendra Shah sagt, es bestehe *kein Zweifel*, dass der Klimawandel seinen Anteil daran hatte.

*Regen in Deutschland, Rauch in Kalifornien, Trauer im Himalaya – das Wetter dieses Sonntags erzählt drei sehr unterschiedliche Geschichten mit derselben Ursache im Hintergrund.*

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