
Hinterlässt Deutschlands zweitwärmster Juni einen brandneuen 41,7-Grad-Allzeitrekord – und ertrinkt das Land zum Monatswechsel ausgerechnet in Sturzfluten?
Der Juni 2026 geht als zweitwärmster der Messgeschichte zu Ende – mit einem frisch gefallenen deutschen Allzeitrekord von 41,7 Grad in Neißemünde-Coschen. Zum Monatswechsel kippt die Glut nun in schwere Gewitter mit Hagel und Sturzflutgefahr. Zugleich zählt die WHO über 1.300 Hitzetote in Europa, de
Key Points
- Rekord ist amtlich: Mit 41,7 Grad in Neißemünde-Coschen (Brandenburg) fiel am 28. Juni Deutschlands Allzeit-Höchstwert – er übertrifft die 41,2 Grad von 2019.
- Drei Rekordtage am Stück: Zuvor standen schon 41,3 Grad in Saarbrücken-Burbach und 41,5 Grad in Möckern-Drewitz auf der Anzeige.
- Zweitwärmster Juni überhaupt: Im Mittel 19,5 Grad – nur der Juni 2019 lag mit 19,8 Grad noch höher.
- Heute kippt es: Südlich einer Linie Schwarzwald–Berlin drohen kräftige Gewitter mit Hagel bis 3 cm, dazu in der Nacht langsame Cluster mit Starkregen bis in den extremen Bereich – Sturzflutgefahr.
- Europas Tribut: Die WHO meldet seit dem 21. Juni über 1.300 hitzebedingte Todesfälle auf dem Kontinent.
- Glut auf Wanderschaft: Der Hitzekern zieht auf den Balkan (Serbien bis 39 Grad), während sich über den USA ein Dom für mehr als 100 Millionen Menschen aufbaut.
Deutschland: Ein Monat für die Geschichtsbücher – und ein nasses Finale
Wenn dieser Juni eines hinterlässt, dann eine neue Zahl ganz oben in den Tabellen: 41,7 Grad, gemessen am 28. Juni im brandenburgischen Neißemünde-Coschen. Damit ist die alte Bestmarke von 41,2 Grad aus dem Jahr 2019 Geschichte – Deutschland hat einen neuen Allzeitrekord. Und es war kein Ausreißer, sondern der Schlusspunkt einer Serie: An drei Tagen in Folge purzelten Rekorde, erst 41,3 Grad in Saarbrücken-Burbach, dann 41,5 Grad im sachsen-anhaltischen Möckern-Drewitz. Schuld war eine festgefahrene Omega-Wetterlage, die die Glut tagelang über Mitteleuropa einsperrte. Unterm Strich schließt der Juni 2026 als zweitwärmster seit Messbeginn ab, im Mittel 19,5 Grad – nur 2019 war mit 19,8 Grad noch eine Spur heißer.
Doch zum Monatswechsel dreht sich das Bild. Die Temperaturen sacken auf 25 bis 30 Grad, im Südwesten sind noch bis zu 32 Grad drin, in Gewitternähe kühlt es kurzzeitig auf 20 Grad ab. Vor allem südlich einer Linie zwischen Schwarzwald und Berlin baut der DWD mit teils unwetterartigen Gewittern auf: Starkregen um 20 Liter, Hagel und Sturmböen, von Baden-Württemberg bis Franken sogar Hagel um 3 Zentimeter. Heikel wird die Nacht zum Mittwoch – dann ziehen langsame, oft mehrstündige Gewittercluster über Süden, Mitte und Osten, mit Regenmengen bis in den extremen Unwetterbereich von über 40 Litern in einer Stunde. Wo das passiert, drohen Überflutungen und Sturzfluten. Aus dem Hitzerekord-Monat wird so binnen Stunden ein Wasser-Thema.
Welt: Ein Kontinent zahlt den Preis – und die nächste Glut formiert sich
Wie teuer dieser Hitzesommer Europa zu stehen kommt, macht eine Zahl der Weltgesundheitsorganisation deutlich: Seit dem 21. Juni wurden mehr als 1.300 zusätzliche Todesfälle im Zusammenhang mit der Hitze registriert. Und die Glut ist nicht verschwunden, sie wandert nur. Der Hitzekern verlagert sich auf den Balkan: In Serbien warnte der Wetterdienst RHMZ vor 39 Grad, über weiten Teilen der Halbinsel sowie von Ostkroatien über Ungarn bis ins westliche Ukraine sind bis zu 42 Grad möglich. Die anhaltende Dürre lässt das Waldbrandrisiko steigen – in Albanien kämpften Feuerwehren bei Klos gegen Flammen, auf der Adria-Insel Vis brannte Kiefernwald.
Und jenseits des Atlantiks beginnt die nächste Runde. Über dem Mittleren Westen und den Großen Seen schiebt sich ein gewaltiger Hitzedom heran: Chicago, Minneapolis, Milwaukee, Detroit und St. Louis steuern auf gut 33 bis 35 Grad zu, durch die Schwüle fühlt es sich nach 41 bis 43 Grad an. In Dutzenden Städten – darunter Washington, New York, Cleveland und Charlotte – wackeln Tagesrekorde, und für mehr als 100 Millionen Menschen gilt die höchste oder zweithöchste Hitzewarnstufe, mit Spitzen bis weit in die Woche um den 4. Juli hinein. Der Sommer 2026 reicht den Glut-Staffelstab einfach weiter.