30.9.2026· sinskimos@gmail.com

Fallen im Saarland in einem ganzen September nur 3 Liter Regen – während Bangkok in 48 Stunden fast 300 Millimeter abbekommt?

Der DWD legt die Monatsbilanz vor: 15,9 Grad im Schnitt, 192 Sonnenstunden – und im Saarland gerade einmal 3 Liter Regen pro Quadratmeter, vier Prozent des Solls. Zur gleichen Zeit erklärt Bangkok alle 50 Stadtbezirke zum Katastrophengebiet, weil binnen zwei Tagen fast 300 Millimeter herunterkamen.

Key Points

  • Mit einem Mittel von 15,9 Grad verabschiedet sich der September 2026 in Deutschland – 2,6 Grad über dem Klimawert 1961–1990 und damit unter den zehn wärmsten seit 1881.
  • Das Saarland kam auf lächerliche 3 l/m² Regen. Das Soll liegt bei 70 – erreicht wurden also rund 4 Prozent.
  • Deutschlandweit standen am Monatsende knapp 40 l/m² (−34 Prozent) und etwa 192 Sonnenstunden (+28 Prozent) in den Büchern.
  • In Bangkok summierten sich binnen zwei Tagen fast 300 Millimeter; seit dem 26. September gelten alle 50 Bezirke als Katastrophengebiet.
  • Im nordindischen Uttar Pradesh kostete dieselbe Wetterlage mindestens 62 Menschen das Leben, in Nepal gingen 285 Hangrutsche ab.
  • Heute stehen noch 20 bis 30 Grad auf dem Programm – ab Donnerstag übernimmt die Kaltfront von Sturmtief EVA.

Vier Prozent. Nicht vierzig.

Es gibt Zahlen, die man zweimal liest. Diese ist eine davon: 3 Liter pro Quadratmeter. So viel Regen hat das Saarland im gesamten September 2026 gesehen – bei einem Klimasoll von 70 l/m². Das ist kein Defizit mehr, das ist ein Ausfall. Der DWD ordnet den Monat dort unter die trockensten seit Messbeginn 1881 ein.

Passend dazu war das Saarland gleichzeitig das wärmste Bundesland: 17,4 Grad im Mittel, 3,7 Grad über dem Referenzwert, in Saarbrücken-Burbach am 7. September bis 32,0 Grad. Rund 235 Sonnenstunden statt der üblichen 158 reichen für einen Platz unter den fünf sonnigsten seit 1951.

Nebenan sieht es kaum besser aus: Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg verbuchten jeweils 19 l/m² – 32 beziehungsweise 27 Prozent ihres Solls, beide unter den fünf trockensten Septembern überhaupt. Wer Regen wollte, musste nach Norden: Schleswig-Holstein sammelte 99 l/m² ein, ein Drittel mehr als normal. Ein Land, zwei völlig verschiedene Monate.

Ein Monat, der oben wie unten aus dem Rahmen fällt

Die bundesweiten Kennzahlen bestätigen das Bild. 15,9 Grad Mitteltemperatur bedeuten 2,6 Grad Plus gegenüber 1961–1990 und immer noch 2,1 Grad gegenüber der jüngeren Periode 1991–2020. Die Spannweite reichte von 34,5 Grad in Ohlsbach am Oberrhein (8. September) bis −1,4 Grad in Meßstetten-Appental auf der Schwäbischen Alb (24. September). Bemerkenswert fand der DWD vor allem den Schluss: Die Wärmephase der letzten Tage brachte an einzelnen Stationen neue Dekadenrekorde.

Heute läuft diese Phase aus – und zwar zweigeteilt. Östlich der Mitte gehört der Himmel der Sonne, westlich davon schieben sich Wolkenfelder heran, und im Süden hängt bis in den Vormittag Nebel über Donau und Alpenvorland. Der Norden und Osten erreichen 20 bis 25 Grad, im Westen und Südwesten werden 26 bis 30 Grad daraus – regional bis zu 12 Grad über dem langjährigen Mittel. Zwischen Saarland und Nordsee sind einzelne Schauer und kurze Gewitter möglich; Warnungen liegen nicht vor.

Und auf der anderen Seite des Kontinents: zu viel Wasser

Während im Südwesten Deutschlands drei Liter den ganzen Monat ausmachten, meldete Bangkok fast 300 Millimeter in 48 Stunden. Am 26. September um 10:16 Uhr Ortszeit rief die Stadt den Katastrophenfall aus – für sämtliche 50 Bezirke. An 37 Stellen war der Verkehr auf Hauptstraßen blockiert, Wasser drückte in Wohnungen und Läden. Über 25 Provinzen hinweg sind mehr als eine halbe Million Menschen betroffen, acht Todesfälle wurden gemeldet, am härtesten traf es Samut Prakan südlich der Hauptstadt. Die Stadtverwaltung rechnet mit zwei bis drei Tagen, bis das Wasser abgelaufen ist – vom Moment an, in dem der Regen aufhört.

Dieselbe Großwetterlage traf Nordindien härter. Ein Tief über dem Golf von Bengalen zog landeinwärts und lieferte in Uttar Pradesh 66,5 Millimeter – neunmal die jahreszeitlich üblichen 7,6 mm. Bilanz nach drei Tagen: mindestens 62 Tote, 46 Verletzte, über 1.000 beschädigte Häuser. Ganges, Gandak, Kosi und Bagmati stehen über der Gefahrenmarke, in Lucknow und weiteren Distrikten blieben die Schulen zu. In Nepal löste der spät einsetzende Monsunregen zwischen dem 24. und 28. September 285 Erdrutsche aus, 15 Menschen starben, drei gelten als vermisst.

Dieselbe Atmosphäre, gegensätzliche Rechnungen

Die beiden Bilder gehören zusammen. Über Mitteleuropa saß ein blockierendes Hoch, das Tiefdruckgebiete konsequent abwies und den Boden weiter austrocknete. Über Südasien kippte ein Monsun, der schon als schwach galt, zum Schluss in die andere Richtung und schüttete seine Restfeuchte in wenigen Tagen aus. Wärmere Luft trägt mehr Wasserdampf – wo sie ihn abgibt, fällt er konzentriert, und wo sie ihn festhält, fehlt er komplett.

Der Umschwung hat ein Datum

Ab Donnerstag greift die Kaltfront von Sturmtief EVA über den Westen nach Osten aus, wird am Hoch allerdings gebremst und kommt entsprechend abgeschwächt an. Mit Regen und einzelnen Gewittern ist zu rechnen, zum Oktoberstart gehen die Temperaturen zurück. Eine Entwarnung für die Böden ist das nicht: Ein Monatsdefizit von 67 Litern lässt sich an einem Frontentag nicht aufholen.

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