
Ertränkt der erste Atlantiksturm Arthur die US-Golfküste unter 730 Litern Regen – während Deutschland zur Sonnenwende bei 38 Grad dem nächsten Unwetter-Knall entgegenglüht?
Zur Sommersonnenwende dreht Deutschland noch einmal auf: bis zu 38 Grad, dazu DWD-Unwetter mit Hagel und Böen um 100 km/h vor allem im Norden und Osten – ehe am Sonntag im Norden frischere Luft einsickert. Ganz anders in den USA, wo Tropensturm Arthur über die Golfküste mehr als 730 Liter Regen pro
Key Points
- Sonnenwende mit Siedepunkt: Am längsten Tag des Jahres klettert das Thermometer in Deutschland erneut auf bis zu 38 Grad – die Wärmebelastung reicht vom Westen bis in den Nordosten ins Extreme.
- DWD-Unwetterlage: Vor allem im Norden und in der Osthälfte drohen heute kräftige Hitzegewitter mit über 30 l/m² Starkregen, Hagel um 3 cm und orkanartigen Böen um 100 km/h.
- Wochenend-Bruch: Am Sonntag spaltet sich Deutschland – nördlich der Linie Münster–Berlin strömt mit 20 bis 27 Grad frischere Luft ein, südlich davon bleibt die Hitze.
- Arthur ertränkt die Golfküste: Der erste benannte Atlantiksturm der Saison 2026 brachte örtlich über 730 Liter pro Quadratmeter – in Cottonport (Louisiana) fielen 29 Zoll Regen.
- Katastrophe in Louisiana: Mehr als 200 Häuser im Avoyelles Parish überflutet, ein Damm in Mississippi lief über, Menschen wurden aus Wohnmobilen gerettet.
- Europas Glut hält: Über Iberien und Frankreich knackt die Hitzekuppel zur Sonnenwende erneut die 40-Grad-Marke – pünktlich zum kalendarischen Sommeranfang.
Deutschland: Der heißeste längste Tag
Ausgerechnet zur Sommersonnenwende, dem astronomisch längsten Tag des Jahres, dreht der Hochsommer noch einmal voll auf. Bis zu 38 Grad sind heute drin, und der Deutsche Wetterdienst stuft die Wärmebelastung von West bis Nordost als extrem ein. Was tagsüber als flirrende Glut beginnt, sucht sich am Nachmittag und Abend ein explosives Ventil.
Anders als zuletzt verlagert sich der Gewitter-Schwerpunkt heute nach Norden und in die Osthälfte. Vom Erzgebirge über den Bayerischen Wald bis an die Alpen brauen sich besonders giftige Zellen zusammen. Wo sie zünden, prasseln mehr als 30 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit herunter, dazu Hagelkörner um 3 Zentimeter und orkanartige Böen, die an die 100 km/h heranreichen. Für eine Karte, die Blitze live einzeichnet, wird der Abend zum Dauerflackern.
Spannend wird der Übergang ins Wochenende: Am Sonntag zerschneidet eine Luftmassengrenze das Land. Nördlich einer Linie von Münster bis Berlin dreht der Wind auf Nord und schiebt frischere Luft heran – dort sinken die Werte auf 20 bis 27 Grad und es bleibt meist trocken. Südlich davon hält sich die hochsommerliche Glut hartnäckig. Der ersehnte Knall, der die Hitze bricht, kommt also nur für den Norden – der Süden muss weiter schwitzen.
Welt: Arthur verwandelt den Süden der USA in einen See
Während Deutschland von 730 Litern Regen nur träumen kann, ist genau das an der US-Golfküste bittere Realität geworden. Tropensturm Arthur, der erste benannte Sturm der atlantischen Hurrikansaison 2026, lud über Louisiana und Mississippi unfassbare Regenmengen ab. In Cottonport im Avoyelles Parish fielen 29 Zoll – rund 737 Millimeter, also über 730 Liter pro Quadratmeter –, im benachbarten Plaucheville immer noch 22,5 Zoll. Stellenweise schüttete es mit 7,6 Zentimetern pro Stunde vom Himmel.
Die Folgen sind dramatisch: Allein im Avoyelles Parish standen mehr als 200 Häuser unter Wasser, ein Damm im Pearl River County in Mississippi lief über, und in einem Campingplatz in Perkinston mussten Retter mit Kanupaddeln die Fenster von Wohnmobilen einschlagen, um eingeschlossene Menschen zu befreien. Autos und mobile Heime wurden einfach weggespült. Arthur erinnert daran, dass nicht der Wind, sondern das Wasser die tödlichste Waffe eines Tropensturms ist.
Und Europa? Die Hitzekuppel über dem Südwesten gibt nicht nach: Über Iberien und Frankreich werden zur Sonnenwende erneut mehr als 40 Grad erwartet. Die Hitze hat sich seit dem historischen Mai-Rekord von 40,3 Grad im portugiesischen Mora festgesetzt, dörrt die Böden weiter aus und befeuert die Waldbrandgefahr. Der Sommer 2026 ist gerade erst kalendarisch gestartet – und hat doch schon längst seine Muskeln gezeigt.