24.6.2026· sinskimos@gmail.com

Entscheidet ausgerechnet der Siebenschläfer am Samstag, ob aus der 40-Grad-Glut ein Jahrhundertsommer oder ein wochenlanges Unwetter-Chaos wird?

Während Deutschland heute im Südwesten gegen die 39-Grad-Marke glüht und Großbritannien erstmals einen 40-Grad-Junitag erleben könnte, naht die eigentliche Weichenstellung: Rund um den Siebenschläfertag am Samstag fällt die Entscheidung, ob sich der Hitzedom bis in den Juli festsetzt – oder ob das M

Key Points

  • Glut im Südwesten: In der Südwesthälfte klettert das Thermometer heute auf bis zu 39 Grad, am Donnerstag örtlich an die 40 – nur der äußerste Norden und Nordosten bleiben verschont.
  • Sechster Warntag in Folge: Der DWD hat erneut Hitzewarnungen der Stufen 1 und 2 ausgegeben, im Westen und Südwesten herrscht extreme Wärmebelastung.
  • Großbritannien vor dem Rekord: In Reading sind heute bis zu 40 Grad möglich – der britische Juni-Rekord von 35,6 Grad aus dem Jahr 1976 dürfte fallen, die rote Extremhitze-Warnung signalisiert Lebensgefahr.
  • Der Siebenschläufer als Schicksalstag: Am Samstag, dem 27. Juni, entscheidet sich nach alter Bauernregel die Tendenz des restlichen Sommers – im Süden trifft die Regel in 60 bis 75 Prozent der Jahre zu.
  • Zwei mögliche Sommer: Bleibt der Hitzedom, droht ein knochentrockener Rekord-Hochsommer; bricht das Muster auf, kommt ein wechselhafter Schaukelsommer mit Gewittern.
  • Tödliche Bilanz in Indien: Eine Studie beziffert die Übersterblichkeit an einem einzigen Extrem-Hitzetag auf rund 3.400 Menschen – auf dem Höhepunkt lagen alle 50 heißesten Städte der Welt in Indien.

Deutschland: Noch glüht der Süden – doch eine Uhr tickt

Der Hochsommer lässt heute keinen Zweifel an seiner Macht. Unter einem mächtigen Sommerhoch brennt die Sonne von früh bis spät, und in der Südwesthälfte schraubt sich die Temperatur auf 35 bis 39 Grad – am Donnerstag sind lokal sogar 40 Grad in Reichweite. Der Deutsche Wetterdienst verlängert seine Hitzewarnungen damit auf den sechsten Tag in Folge; im Westen und Südwesten gilt die Belastung als extrem. Verschont bleibt nur der äußerste Norden und Nordosten, wo Meeresluft die Werte erträglicher hält.

Ganz ruhig ist die Glut nicht: Örtlich brauen sich kräftige Gewitter zusammen, die in kurzer Zeit 15 bis 25 Liter Regen, kleinen Hagel und Böen bis 70 km/h bringen. Einzelne Zellen können Unwettercharakter annehmen, dann sind Hagelkörner von bis zu drei Zentimetern möglich. Auf einer Karte, die Blitze in Echtzeit zeichnet, blinkt das Geschehen vor allem über den Bergen auf.

Doch der eigentliche Knackpunkt liegt am Wochenende. Rund um den Siebenschläfertag am Samstag stellt sich – wenn man der Bauernregel glaubt – die Weiche für Wochen: Verfestigt sich der Hitzedom bis in den Juli, steht ein sehr trockener, sehr heißer Hochsommer bevor. Reißt das Muster pünktlich auf, kippt der Sommer in einen wechselhaften Schaukelsommer. Erste Modelle deuten auf einen spürbaren Bruch hin: Bis Montag könnten die Werte auf 20 bis 26 Grad abstürzen – getrieben von teils schweren Unwettern, die der Hitze am Sonntag ein gewittriges Ende setzen.

Europa: Britanniens historischer Hitzetag

Während Deutschland noch im Hochdruckgriff liegt, schreibt Großbritannien heute Wettergeschichte. In Reading sind bis zu 40 Grad möglich – ein Wert, der den seit einem halben Jahrhundert bestehenden Juni-Rekord von 35,6 Grad (Southampton, 1976) klar übertreffen würde. Das Met Office hält die höchste, rote Extremhitze-Warnstufe aufrecht, die ausdrücklich Lebensgefahr bedeutet. Besonders tückisch: Anders als bei früheren Hitzewellen liegt diesmal hohe Luftfeuchte in der Luft, die dem Körper das Kühlen über Schwitzen erschwert und die Nächte zur Tortur macht.

Welt: Die unsichtbare Katastrophe

Wie gnadenlos diese aufgeheizte Saison ist, zeigt der Blick nach Südasien. In Indien beziffert eine aktuelle Studie die Übersterblichkeit an einem einzigen Extrem-Hitzetag auf rund 3.400 Menschen; eine fünftägige Hitzewelle wird mit fast 30.000 zusätzlichen Toten in Verbindung gebracht. Den traurigen Spitzenwert markierten 48,2 Grad am 27. Mai im nordindischen Sri Ganganagar – auf dem Höhepunkt der Welle lagen sämtliche 50 heißesten Städte der Welt in Indien. Eingerahmt wird all das von einer Brandbilanz, die ihresgleichen sucht: Allein von Januar bis April vernichteten Feuer weltweit über 150 Millionen Hektar Land, ein Fünftel mehr als je zuvor.

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