
Entlädt sich Deutschlands 38-Grad-Hitze heute in Unwettern mit 3-cm-Hagel und 105-km/h-Böen – während über Amerikas Tornado-Gürtel baseballgroße Hagelkörner fallen?
Der Hochsommer erreicht heute seinen Siedepunkt: Bis zu 38 Grad im Westen, dazu warnt der DWD vor schweren Gewittern mit Hagel bis 3 Zentimeter, Starkregen und Böen bis 105 km/h. Anderswo geht es noch ruppiger zu – im US-Mittelwesten zog eine Tornado-Serie mit baseballgroßem Hagel durch, und Spanien
Key Points
- Hitze-Höhepunkt heute: Bei schwülen 30 bis 35 Grad, im Westen und Südwesten bis 38 Grad, klettert die Wärmebelastung in der Nordhälfte ins Extreme.
- DWD-Unwetterwarnung: Vor allem im Nordosten und Südwesten drohen schwere Gewitter mit Hagel bis 3 cm, Starkregen über 25 (lokal 40) l/m² und Böen bis 105 km/h.
- Gefährliche Nacht: Zum Samstag kann es örtlich 20 l/m² in nur einer Stunde regnen – bei weiter über 20 Grad warmen Tropennächten.
- US-Tornadoserie: Beim Ausbruch am 17. Juni wirbelten Tornados durch Iowa, Illinois, Ohio und Wisconsin, mit Hagel größer als Baseballs und einem Toten in Iowa.
- Europas Hitzekuppel: Spanien und Portugal steuern auf bis zu 45 Grad zu, Paris auf die unteren 40er – pünktlich zur Sommersonnenwende.
- Feuer im Süden: Bei Vilardevós in Nordwestspanien brannten rund 570 Hektar, in Portugal bereits über 25.700 Hektar in diesem Jahr.
Deutschland: Wenn die Glut sich in Blitzen entlädt
Heute läuft der Hochsommer zur Höchstform auf – und genau das macht den Freitag so brisant. Aus dem Südwesten strömt weiter heiße Luft heran, die Werte erreichen schwüle 30 bis 35 Grad, im Westen und Südwesten sogar bis 38 Grad. In der Nordhälfte stuft der Deutsche Wetterdienst die Wärmebelastung als extrem ein. Doch diese aufgeheizte, energiegeladene Luftmasse bleibt nicht friedlich: Sie sucht sich ein Ventil.
Die Folge sind kräftige Gewitter, die der DWD vor allem im Nordosten und Südwesten zum Unwetter hochstuft. Am Nachmittag und Abend brodelt es bevorzugt aus den Alpen und der Schweiz heraus sowie über den west- und südwestdeutschen Mittelgebirgen. Wo die Zellen zünden, fallen Starkregen von mehr als 25, örtlich bis 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit, dazu Hagel bis rund 3 Zentimeter und schwere Sturmböen von 9 bis 10 Beaufort – also bis zu 105 km/h. Für ein Wetterportal, das Blitze in Echtzeit auf der Weltkarte zeigt, ist das ein Tag mit Hochbetrieb.
Richtig ungemütlich wird die Nacht zum Samstag: Mancherorts prasseln 20 Liter pro Quadratmeter in einer einzigen Stunde herunter, begleitet von Hagel und schweren Böen. Und selbst wenn die Schauer durchgezogen sind, gibt es kaum Erholung – die Tiefstwerte bleiben vielerorts über der 20-Grad-Marke. Die nächste Tropennacht steht also bereit, ehe es am Wochenende langsam etwas abkühlt.
Welt: Tornados in Amerika, Flammen in Iberien
Wer glaubt, 105-km/h-Böen seien schon das höchste der Gefühle, sollte über den Atlantik blicken. Im US-Mittelwesten tobte am 17. Juni eine regelrechte Tornado-Serie: Wirbelstürme fegten durch Iowa, Illinois, Ohio, Wisconsin, Indiana und Kentucky, schleuderten Trümmer in den Himmel und ließen Hagelkörner größer als Baseballs niedergehen. In Charleston (Illinois) rief die Stadt nach einem Tornado den Notstand aus, mehr als 82.000 Haushalte saßen zeitweise im Dunkeln, und in Iowa kam mindestens ein Mensch ums Leben. Der Juni reiht sich damit in eine der heftigsten Unwettersaisons der letzten Jahre ein.
Ganz anders, aber nicht weniger extrem, präsentiert sich Südwesteuropa: Dort lastet eine massive Hitzekuppel über dem Kontinent. Spanien und Portugal erwarten örtlich bis zu 45 Grad, Extremadura und Andalusien um die 42 Grad, und selbst Paris kratzt an den unteren 40ern – pünktlich zur Sommersonnenwende und teils 10 bis 15 Grad über dem Üblichen. Die ausgedörrten Böden heizen die Lage weiter an. Kein Wunder, dass die Feuer lodern: Bei Vilardevós im Nordwesten Spaniens kämpften Einsatzkräfte gegen einen Brand auf rund 570 Hektar, und in Portugal sind laut dem europäischen Waldbrand-Informationssystem EFFIS bereits über 25.700 Hektar verbrannt. Die Hitze soll mindestens bis Sonntag anhalten – Europas glühender Hochsommer ist noch lange nicht vorbei.