
Durchbricht Deutschland heute die 40-Grad-Mauer – während nebenan die Niederlande zum ersten Mal überhaupt den Rot-Alarm zünden?
Erstmals an einem Junitag durchbricht Deutschland heute wohl die 40-Grad-Mauer – bis zu 41 Grad meldet der DWD aus dem Südwesten, ein nächtlicher Rekord ist sogar schon gefallen. Während nebenan die Niederlande zum allerersten Mal Rot-Alarm zünden und Großbritannien den dritten Tag in Folge, naht da
Key Points
- 40-Grad-Mauer fällt: Erstmals an einem Junitag knackt Deutschland heute aller Voraussicht nach die 40-Grad-Marke – im Oberrhein- und Rhein-Main-Gebiet hält der DWD bis zu 41 Grad für drin.
- Rekord schon im Dunkeln: Bereits die zurückliegende Nacht pulverisierte einen bundesweiten Wärmerekord aus dem Jahr 2019 – die Glut lässt kaum noch Abkühlung zu.
- „Hartmut" presst die Hitze: Ein Hochdruck-Heat-Dome legt fast über das gesamte Land extreme Wärmebelastung – die DWD-Warnkarte leuchtet großflächig violett.
- Allzeitrekord hält (noch): Die Bestmarke von 41,2 Grad fällt nach aktueller Modelllage an diesem Wochenende voraussichtlich ganz knapp nicht.
- Niederlande erstmals in Rot: Der KNMI verhängt für acht Provinzen am 26. Juni den allerersten Extremhitze-Rotalarm seiner Geschichte; Großbritannien steht den dritten Tag in Folge auf Rot.
- Brachialer Abgang: Ab Samstag drohen schwere Gewitter, in der Nacht orkanartige Böen bis 120 km/h, am Sonntag eine landesweite Unwetterfront mit bis zu 50 Litern Regen.
Deutschland: Die Schwelle, die noch nie fiel
Was sich seit Tagen aufgestaut hat, erreicht heute seinen Siedepunkt. Über Mitteleuropa thront das Hochdruckgebiet „Hartmut" und drückt als regelrechter Heat Dome glühende Luft nach unten. Der Deutsche Wetterdienst hat seine Warnkarte beinahe flächendeckend violett eingefärbt – das Signal für extreme Wärmebelastung, von dem nur der äußerste Norden und die Hochlagen verschont bleiben. Im Brennpunkt steht einmal mehr der Südwesten: Vom Oberrhein bis ins Rhein-Main-Gebiet halten die Meteorologen bis zu 41 Grad für möglich. Damit dürfte zum ersten Mal überhaupt an einem Junitag die 40-Grad-Mauer fallen – eine Schwelle, die in diesem Monat in der gesamten Messgeschichte noch nie überschritten wurde. Der bisherige Juni-Höchstwert von 39,6 Grad (Bernburg, 2019) wäre damit klar Vergangenheit.
Bemerkenswert: Der erste Rekord ist längst geknackt – und zwar im Dunkeln. Schon die vergangene Nacht riss einen bundesweiten Wärmerekord aus dem Jahr 2019, so wenig kühlt die Luft noch ab. Einzig der absolute Allzeitrekord von 41,2 Grad dürfte nach derzeitiger Modelllage an diesem Wochenende ganz knapp Bestand haben. Ein DWD-Meteorologe nennt die Lage trotzdem „durchaus historisch" – nicht allein wegen der Spitzenwerte, sondern weil über drei Tage und auf so großer Fläche noch nie mehr als 40 Grad gemessen wurden.
Welt: Rote Warnungen, wie es sie nie gab
Deutschland ist nur ein Glied in einer glühenden Kette. In den Niederlanden zog der Wetterdienst KNMI eine Konsequenz, die es dort zuvor nie gab: Für acht Provinzen gilt heute der erste Extremhitze-Rotalarm der Behördengeschichte. In Großbritannien stand die Warnkarte des Met Office den dritten Tag in Folge auf Rot – ein Novum im aktuellen Warnsystem. Frankreich hatte zuvor seinen heißesten je gemessenen Tag erlebt, mit 44,3 Grad in Pissos und 43,6 Grad in Cazaux; in Spanien kletterte Bilbao auf 42,7 Grad. Die Kehrseite dieser Dauerglut sind längst nicht nur Hitzewarnungen: In Frankreich kamen Dutzende Menschen ums Leben, die im Wasser Abkühlung suchten – rund 40 ertranken. Dazu lässt die Kombination aus Trockenheit und Wind die Waldbrandgefahr im gesamten Mittelmeerraum steigen.
Das Finale wird brachial
So extrem der Höhepunkt, so heftig der Bruch. Schon am Samstagnachmittag zünden im Westen und Nordwesten die ersten kräftigen Gewitter – mit Großhagel, 30 bis 50 Litern Regen in kurzer Zeit und schweren Sturmböen. In der Nacht zum Sonntag droht vor allem im Nordwesten erhöhte Unwettergefahr mit orkanartigen Böen zwischen 100 und 120 km/h. Am Sonntag schließlich organisiert sich das Ganze zu einer ausgedehnten Unwetterfront, die ostwärts zieht und bis zum Abend die östlichen Landesteile erfasst: heftiger Starkregen um 50 Liter, großer Hagel, schwere Böen. Auf einer Karte, die Blitze in Echtzeit nachzeichnet, dürfte das Wochenende mit einem flächendeckenden Flackern enden. Erst danach strömt kühlere Luft heran – und beschließt eine der bemerkenswertesten Hitzeepisoden, die der deutsche Juni je erlebt hat.