Bringt ein Beben der Stärke 7,8 mit Tsunami den Pazifik in Aufruhr – während Deutschland die Sommerwärme entgleitet?
Der Frühsommer macht heute Pause: Subpolare Meeresluft drückt die Temperaturen auf 17 bis 22 Grad und lässt im Norden und Nordwesten Gewitter mit Sturmböen und Hagel aufziehen. Zugleich erschüttert ein Beben der Stärke 7,8 mit Tsunami-Alarm den Süden der Philippinen – mindestens 32 Tote –, während i
Key Points
- Der Ausläufer eines Islandtiefs greift heute auf die Alpen über; dahinter flutet subpolare Meeresluft das Land und drückt die Temperaturen auf nur noch 17 bis 22 Grad.
- Gewitter sammeln sich am Dienstag vor allem im Norden und Nordwesten – mit Böen von 7 bis 8 Bft (bis rund 70 km/h), Starkregen über 15 l/m² und kleinkörnigem Hagel.
- Zwischen Werdenfelser und Berchtesgadener Land warnt der DWD bis in die Donnerstagnacht vor Dauerregen mit 40 bis 60 l/m².
- Vor Mindanao auf den Philippinen riss ein Beben der Stärke 7,8 die Erde auf – mindestens 32 Tote, über 100 Verletzte und Tsunami-Alarm bis nach Japan.
- Im Ostpazifik landeten gleich zwei Tropenstürme: Boris ersäufte Acapulco, Cristina bedroht Mittelamerika mit bis zu 12 Zoll Regen.
- Auch nordwestlich von Kuba bebte es mit Stärke 6,1 – spürbar für mehr als 5.000 Menschen.
Deutschland: Der Sommer macht eine Pause
Wer gehofft hatte, die warmen Tage würden einfach so weiterlaufen, wird heute ausgebremst. Über dem Nordatlantik liegt ein Tief bei Island, dessen Ausläufer im Tagesverlauf bis an die Alpen vorstößt. Direkt dahinter strömt subpolare Meeresluft herein – kühl, feucht und unruhig. Die Folge: Aus dem festen Frühsommer wird ein typisch wechselhafter Junitag.
Die zugehörige Front zieht zügig ostwärts. Ihr Hauptregenfeld erreicht am Nachmittag eine Linie etwa zwischen Bodensee und Berlin und verabschiedet sich zum Abend hin nach Osten. Westlich davon reißt die Wolkendecke immer wieder auf, einzelne Schauer wechseln sich mit sonnigen Abschnitten ab. Der Wind weht böig aus westlichen Richtungen, und die Temperaturen sacken spürbar auf 17 bis 22 Grad ab.
Spannend wird es vor allem im Norden und Nordwesten: Dort entladen sich einzelne Gewitter mit steifen bis stürmischen Böen der Stärke 7 bis 8 – wo sie losbrechen, sind bis zu 70 km/h drin, dazu Starkregen von mehr als 15 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit und kleinkörniger Hagel. Ganz anders die Lage am Alpenrand: Zwischen Werdenfelser und Berchtesgadener Land stellt sich von heute bis in die Donnerstagnacht zäher Dauerregen ein, in Summe 40 bis 60 l/m². Am Mittwoch verlagert sich der Gewitterschwerpunkt zusätzlich in den Westen.
Welt: Wenn der Pazifische Feuerring zittert
Während Deutschland nur seine Jacken hervorkramt, geht es rund um den Pazifik buchstäblich um Leben und Tod. Am Montagmorgen um 7:37 Uhr Ortszeit erschütterte ein Beben der Stärke 7,8 den Meeresboden vor der Provinz Sarangani im Süden der Philippinen. Die Erde bebte über weite Teile Mindanaos, gefolgt von mehr als einer Stunde Nachbeben. Mindestens 32 Menschen kamen ums Leben, über 100 wurden verletzt; die Stadt General Santos mit ihren 722.000 Einwohnern zählt zu den am schwersten getroffenen Orten. Behörden in mehreren Ländern lösten Tsunami-Warnungen aus – an Indonesiens Küste vor Sulawesi wurde eine 83 Zentimeter hohe Welle gemessen, in Palau rund 30 Zentimeter, und für Japans Südküste blieb eine Tsunami-Vorwarnung bestehen. Präsident Marcos ließ den Unterricht in den betroffenen Regionen aussetzen.
Fast zeitgleich, auf der anderen Seite der Welt, ruckte die Erde nordwestlich von Kuba mit Stärke 6,1 in 26 Kilometern Tiefe – glimpflich, aber von über 5.000 Menschen deutlich gespürt.
Und der Ostpazifik feuert weiter Stürme ab: Tropensturm Boris zog über den Bundesstaat Guerrero an Land, überflutete die Region um Acapulco mit 4 bis 10 Zoll Regen und löste sich anschließend über Land auf. Ihm folgt Cristina, die vor Nicaragua kreist und Costa Rica, Honduras, El Salvador und Guatemala lebensgefährliche Sturzfluten und Erdrutsche bringen kann – stellenweise bis zu 12 Zoll Niederschlag.
*Genau dieses Gleichzeitig macht die ZAPOLLO-Weltkarte greifbar: ein Deutschland, durch das frische Atlantikluft pfeift – und ringsum eine Erde, die bebt, Wellen schickt und ganze Küsten unter Wasser setzt.*