Brauen sich heute über Deutschlands Westen die ersten Sommer-Unwetter zusammen – während der Mayon auf den Philippinen Tausende in die Flucht schlägt?
Der scheinbar ruhige Montag täuscht: Am Nachmittag zünden über Deutschlands Westen und an den Alpen die ersten kräftigen Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen bis Bft 9. Zeitgleich treibt der Vulkan Mayon auf den Philippinen über 5.400 Menschen in die Flucht, der Kīlauea auf Hawaii bricht ein
Key Points
- Ein Tief bei Island greift heute auf den Westen Deutschlands über, während der Südosten unter einem schwachen Zwischenhoch noch warme Luft festhält.
- Ab dem Nachmittag zünden im Südwesten und an den Alpen die ersten Gewitter – mit Starkregen von mehr als 15 l/m² in kurzer Zeit, Böen bis 60 km/h (7–8 Bft) und kleinkörnigem Hagel.
- In der Westhälfte und an den Alpen sind lokal kräftige Zellen mit Sturmböen Bft 8–9 möglich, einzelne unwetterartige Entwicklungen sind nicht ausgeschlossen.
- Auf den Philippinen steht der Vulkan Mayon auf Alarmstufe 3; mehr als 5.400 Menschen mussten die 6-Kilometer-Gefahrenzone räumen.
- Auf Hawaii schrieb der Kīlauea mit seiner 48. Ausbruchsepisode Rekord – die nächste Lavafontäne wird zwischen dem 12. und 15. Juni erwartet.
- In Südasien glüht eine Hitzewelle mit über 46 °C; die WMO beziffert die Wahrscheinlichkeit für einen El Niño zwischen Juni und August auf 80 %.
Deutschland: die trügerische Ruhe vor den Böen
Der Montag beginnt für viele noch freundlich – doch der Schein trügt. Über dem Nordatlantik wartet ein Tief bei Island, dessen Ausläufer im Lauf des Tages auf den Westen der Republik übergreifen. Während sich der Südosten unter einem letzten Rest Zwischenhoch noch an warmer Luft festklammert, schiebt sich von Westen her zunehmend feuchtere und labilere Luft heran. Genau diese Mischung ist der Treibstoff für das, was am Nachmittag folgt.
Denn dann wird es ungemütlich: Zuerst im Südwesten und entlang der Alpen wachsen die ersten Gewitterwolken in die Höhe. Mit dabei sind Starkregen von etwas mehr als 15 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit, steife bis stürmische Böen um 60 km/h (7 bis 8 Beaufort) und kleinkörniger Hagel. In der Westhälfte und an den Alpen können einzelne Zellen kräftiger ausfallen – Sturmböen der Stärke 8 bis 9 sind möglich, und der Deutsche Wetterdienst schließt vereinzelt sogar unwetterartige Entwicklungen nicht aus. Am Abend frischt im äußersten Süden auch abseits der Schauer der Westwind kurz mit Böen bis 60 km/h auf, bevor sich die Regen- und Gewittergüsse in der Nacht zum Dienstag ostwärts ausbreiten. Wer also heute Nachmittag im Westen oder am Alpenrand unterwegs ist, sollte den Himmel im Blick behalten – der ruhige Vormittag ist nur eine Verschnaufpause.
Welt: Feuerberge, Lavarekorde und Gluthitze
Während Deutschland erst seine Gewitter sortiert, brodelt es anderswo deutlich heftiger – buchstäblich. Auf den Philippinen hält der Vulkan Mayon die Region südlich von Manila in Atem. Die Behörden haben die Alarmstufe 3 ausgerufen, nachdem der Berg strombolianische Aktivität und kurze Lavafontänen zeigte. Mehr als 5.400 Menschen wurden aus der sechs Kilometer breiten Gefahrenzone in Sicherheit gebracht, dazu gilt eine Flugverbotszone, und Ascheregen legt sich über die umliegenden Dörfer. Stufe 3 bedeutet: Ein gefährlicher Ausbruch könnte innerhalb von Tagen bis Wochen folgen.
Gut 9.000 Kilometer entfernt schreibt auch der Kīlauea auf Hawaii Geschichte. Sein jüngster Ausbruch markierte bereits die 48. Episode der laufenden Eruption am Halemaʻumaʻu-Krater – so viele wie nie zuvor dokumentiert. Die Vulkanologen erwarten die nächste Lavafontäne zwischen dem 12. und 15. Juni; Anfang des Monats erschütterte zudem ein Beben der Stärke 4,6 die Küste vor Kona.
Und dann ist da noch die Hitze. In Südasien kletterten die Temperaturen in Teilen Indiens und Pakistans auf über 46 °C, mit rekordwarmen Nächten, die das Risiko für Hitzschläge in die Höhe treiben und die Stromnetze ans Limit bringen. Passend dazu warnt die Weltorganisation für Meteorologie, dass zwischen Juni und August mit 80 % Wahrscheinlichkeit ein El Niño einsetzt – ein Muster, das besonders schwere Waldbrände begünstigen kann. Nicht ohne Grund stellt die EU für den Mittelmeerraum eine Rekordzahl an Löschkräften und Flugzeugen bereit.
*Dieses Nebeneinander macht die ZAPOLLO-Weltkarte erlebbar: ein Deutschland, über dem die ersten Blitze zucken – und ringsum eine Erde, die zugleich glüht, bebt und Lava speit.*